Gedenkstätte Augustaschacht

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Besuch der Gedänkstätte Augustaschacht im Rahmen des Projekttages
„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“

 

Am Projekttag der Klassen 9 besuchte eine Schülergruppe die Gedenkstätte
Augustaschacht in der Nähe von Osnabrück. Die
beiden folgenden Schülerberichte
geben die vielen Informationen und Eindrücke wieder, die die Schülerinnen
und Schüler mit nach Hause nehmen konnten.

Bericht von Joelina Poggemann und Jannes Gremme:

Am 19. April 2018 sind wir mit mehreren Schülern der Stufe 9 in das ehemalige Arbeits-
und Erziehungslager Ohrbeck im Augustaschacht gefahren. Als wir dort ankamen
wurden wir von unserer Führerin Frau Dr. Vergin freundlich empfangen.

Als erstes erzählte sie uns etwas über einen ehemaligen Zwangsarbeiter namens
Marc Edelstein. Dieser wurde 1944 gegen seinen Willen in ein Arbeitslager
nach Osnabrück deportiert. Nachdem er erfolglos versucht hat aus De
utschland
zu fliehen, wurde er in das Arbeits- und Erziehungslager Ohrbeck geschickt.
Er verbrachte zwei Jahre seines Lebens in dem Arbeitslager unter schwersten
Bedingungen, bis er schließlich frei gelassen wurde und in seine Heimat in die
Niederlande zurückgeschickt wurde. In dem Arbeitslager herrschten
schreckliche Bedingungen. Die Zwangsarbeiter bekamen kaum etwas zu essen
und waren stark unterernährt, sie hatten kein fließendes Wasser um sich zu waschen
und wurden von den Aufsehern geschlagen, wenn sie etwas falsch machten.
Manchmal wurden sogar Arbeiter zu Tode geschlagen und erschossen, wenn sie
versuchten zu fliehen. Die Arbeiter mussten 10 bis 12 Stunden an 7 Tagen in der
Woche arbeiten. Nicht nur die körperliche Arbeit war schlimm auch wurden
sie psychisch gefoltert.

Danach haben wir einen Rundgang über das Grundstück gemacht. Dabei zeigte
die Führerin uns die Toiletten, die Schlafräume und den Bunker, welchen allerdings
nur die Aufseher betreten durften. Im Falle eines Bombenalarms waren die Arbeiter
schutzlos. Zudem konnten wir uns selbständig in dem Gebäude umgucken und
eine Ausstellung sehen. Es war erschreckend zu sehen, unter welchen Bedingungen
die Zwangsarbeiter lebten.

Alles in allem war es ein sehr interessanter und lehrreicher Besuch im Augustaschacht.

Bericht von Merle Rittscher und Thorben Blettrup:

An unserem Methodentag „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“
haben wir das Arbeitserziehungslager Augustaschacht in der Nähe von
Osnabrück besucht
und darüber wollen wir euch jetzt berichten.

Als wir dort angekommen sind, hat uns die Führerin die Geschichte von Marc
Edelstein erzählt. Er wurde gegen seinen Willen 1944 aus den Niederlanden
nach Deutschland in das Arbeitslager Osnabrück deportiert. Nachd
em er erfolglos
versuchte zu fliehen
, wurde er in das Arbeitserziehungslager Augustaschacht gebracht.
Zusammen mit 400 anderen Zwangsarbeitern, Läusen und Krankheiten bestückt,
musste Marc täglich 10
bis 12 Stunden an Bahngleisen arbeiten. Mit dünner
Kleidung und ohne Schuhe auch im Winter. Vor der Arbeit gab es eine warme
Tasse mit Kaffeeersatz und nach der Arbeit gab es ein Stück trockenes Brot,
welches oft mit Sägespänen gestreckt war, die Toilette war ein Graben mit
einem Sitzbalken. Die Aufseher misshandelten die Zwangsarbeiter regelmäßig
und es kam oft zu Todesfällen. Das Paket aus
fehlender Hygiene, Läusen, Krankheiten,
Unterernährung und Misshandlung brachte eine hohe Todesrate hervor. Marc hatte Glück,
er wurde wegen seiner Krankheit 1945 nach Hause geschickt.

Nach der kleinen Geschichtsstunde haben wir noch einen Rundgang um das Gebäude
gemacht, welches vor dem zweiten Weltkrieg ein Pumpenhaus war. Auf dem Rundgang
haben wir die Ruine des Nachbarhauses gesehen, nach Aussage der Führerin
wollten die Nachbarn aber nie etwas von den Geschehnissen im Arbeitserziehungslager
wahrgenommen haben
.

Zusammengefasst müssen wir sagen, dass der Besuch des Augustaschachtes ein
lehrreicher Besuch war und es schrecklich anzusehen ist, was Menschen anderen
Menschen antun können.

CE/WM – Mai 2018