Projekte zur Prävention von Extremismus

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Die Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 10 tauschten für einen Schultag ihre harten Schulbänke gegen bequeme Sessel im Kino. Doch es stellte sich schnell heraus, dass dies kein Kinotag zum Entspannen sein würde. Das Thema des französischen Films „Der Himmel wird warten“ ist hoch brisant und aktuell, denn der Film stellt dar, wie sich Jugendliche vom extremistischen Salafismus vereinnahmen lassen und wie verzweifelt und hilflos betroffene Eltern in dieser Situation sind. Dieses Filmprojekt ist ein Baustein des Projektes der Geschwister-Scholl-Schule als Prävention gegen extremistische Gruppierungen.

Geleitet und moderiert wurde das Filmprojekt vom Filmkritiker und Medienpädagogen Michael Kleinschmidt, der es verstand, die Schülerinnen und Schüler für den nicht immer einfachen Film zu gewinnen und ihnen die Arbeit eines Filmkritikers nahe zu bringen. Zunächst erstellte der Kinoprofi mit den Schülerinnen und Schülern eine professionelle Filmbewertung; im Anschluss konnten dann die jungen Zuschauer die einzelnen Handlungsstränge des Films miteinander in Beziehung setzen und Schlüsselszenen des Films noch einmal besprechen.

Am Ende des Filmvormittages gingen viele Schülerinnen und Schüler nachdenklich nach Hause, denn extreme Salafismusströmungen gehörten zunächst nicht zur ihrer Lebenswelt, doch der Film stellte realistisch dar, wie schnell Jugendliche in unterschiedlichen Lebenslagen für gefährliche Ansichten gewonnen werden können.

Nähere Informationen zu dem Filmprojekt findet man unter.

http://www.michaelkleinschmidt.de/mmk/publikationen/der-himmel-wird-warten_kc.pdf

Neben dem Filmprojekt zum Extremismus wurde in Zusammenarbeit mit dem Verfassungsschutz NRW eine Podiumsdiskussion mit den Klassen 10 der Geschwister-Scholl-Schule und der Marienschule besucht. Hier berichteten zwei Aussteiger aus unterschiedlichen rechten extremistischen Gruppierungen, wie sie in diese Szenen gelangt waren. Die Aussteiger berichteten dabei von Straftaten, die sie dort erlebt hatten aber auch, wie sie selbst Straftaten begangen hatten.

Beide Aussteiger beantworteten dann den Schülerinnen und Schülern Fragen darüber, wie sie den Ausstieg aus den jeweiligen Szenen geschafft haben und wie ihr weiteres Leben durch diese einschneidende Phase auch den Alltag weiterhin prägt.

CE/WM – 13.12.2018